Wimbledon 2026 wetten – was erlaubt ist, was es kostet, wer anbietet
*Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).*
Wer in Deutschland auf Wimbledon wetten will, hat es mit einer dreifachen Schichtung zu tun. Unten liegt das Turnier selbst – 14 Tage Rasentennis in London, mit einem Preispott, der in diesem Jahr die Schwelle von 64 Millionen £ überschritten hat. Darüber liegt der Markt: Wettanbieter, die Preise stellen, Märkte aufbauen und Quoten nachschärfen, solange das Turnier läuft. Oben sitzt das deutsche Recht, das nur Anbietern mit GGL-Erlaubnis erlaubt, hierzulande Wetten auf das Turnier zu vermitteln. Wer eine dieser Schichten ignoriert, zahlt dafür – mit höheren Kosten, mit eingeschränkten Märkten oder, im schlechtesten Fall, mit einer Wette, die rechtlich auf wackligen Füßen steht.

Dieser Text geht das Turnier, die Märkte und die Anbieter in genau dieser Reihenfolge durch. Er erklärt, wie eine Quote entsteht und was die Marge darin bedeutet, welche Wettarten während eines Wimbledon-Matches überhaupt erlaubt sind und welche zehn lizenzierten Anbieter in Deutschland aktuell auf der Whitelist stehen. Die Reihenfolge ist nicht zufällig: Was Wimbledon als Wettgegenstand ausmacht, steht am Anfang, weil jeder Wettanbieter sich danach richtet. Was das deutsche Recht erlaubt und was nicht, kommt unmittelbar danach, weil eine Wette nur dann sinnvoll kalkulierbar ist, wenn man weiß, ob sie hier überhaupt geschlossen werden darf. Den Schluss bildet der Vergleich der zehn lizenzierten Häuser – mit allen Vorbehalten, die ein solcher Vergleich verdient.
Grundlagen: Wimbledon als Wettgegenstand
Was Wimbledon ist und warum es sich von den anderen Grand Slams unterscheidet
Die Wimbledon Championships sind das dritte Grand-Slam-Turnier des Tennisjahres und das einzige, das auf Rasen gespielt wird. Veranstalter ist der All England Lawn Tennis and Croquet Club in London, und das Turnier dauert traditionell zwei Wochen ab Ende Juni. In diesem Jahr lief es vom 29. Juni bis zum 12. Juli 2026, es war die 139. Austragung. Die Geschichte reicht weit zurück: Die ersten Lawn Tennis Championships begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road, damals noch mit einem Feld, das sich auf Herreneinzel und wenige weitere Konkurrenzen beschränkte.

Was Wimbledon als Wettgegenstand besonders macht, ist die Kombination aus kurzer Belagssaison, großer Tradition und einem Spielformat, das eigene Rechengrößen verlangt. Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 wird im Tiebreak bis 7 gespielt, und im Entscheidungssatz gilt seit März 2022 der Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung – eine Regel, die das frühere „Endlossetzen“ abgelöst hat und bei Wettanbietern in den Satzmärkten bis heute als eigene Linie geführt wird. Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker.
Diese Eigenschaften schlagen sich im Wettmarkt nieder. Einige Beispiele: Die kurze Rasensaison bedeutet, dass die Spieler zwischen den French Open und Wimbledon oft nur drei oder vier Turniere zur Anpassung haben. Die Tradition erklärt, warum Wimbledon für Buchmacher ein Saisonhöhepunkt ist und die Märkte besonders breit aufgefächert werden – vom Gesamtsieger über das Halbfinale bis zum ersten Aufschlagspiel. Das Spielformat entscheidet darüber, wie viele Sätze ein Match durchschnittlich dauert und damit, wie viele In-Play-Momente ein Anbieter überhaupt anbieten kann.
Was 2026 auf dem Platz passiert ist
Das Herreneinzel der Wimbledon Championships 2026 gewann Jannik Sinner (Italien), der damit seinen Vorjahressieg wiederholte. Das Dameneinzel ging an Linda Nosková (Tschechien). Das Gesamtpreisgeld belief sich auf 64,2 Millionen £, ein Anstieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr; die Einzelsieger erhielten jeweils 3.600.000 £. Wer sich für Wimbledon als Wettmarkt interessiert, hat es also nicht mit einem statischen Saisonhöhepunkt zu tun, sondern mit einem Turnier, dessen Preisgeld in jeder Runde neu verteilt wird und dessen Märkte sich entsprechend schnell bewegen.

Dass die Ausgabe 2026 abgeschlossen ist, ändert nichts an der Struktur der Wettmärkte. Die Wimbledon Championships 2027 folgen im nächsten Jahr; die genauen Daten werden vom Veranstalter zu gegebener Zeit kommuniziert. Die Wettanbieter, die heute auf der deutschen Whitelist stehen, werden ihre Wimbledon-Angebote dann im selben Format auflegen – mit Gesamtsieger, Spielausgang, Satzwetten und Handicap, mit reduzierten Live-Komponenten und mit einer Quote, die von der eigenen Marge abhängt.
Warum Rasen das Wettverhalten verändert
Ein Anbieter, der Wimbledon-Quoten stellt, muss vor allem eines wissen: Welcher Spieler kommt mit Rasen zurecht, und welcher nicht. Aufschlagstärke, Aufschlagquote bei zweiten Aufschlägen, Höhe der Ballabsprünge und Standposition auf dem Court – das sind die Variablen, die auf Rasen anders gewichtet werden als auf Sand oder Hartplatz. Wetterbedingungen kommen hinzu: Ein regennasser Rasen verlangsamt den Ball, ein trockener beschleunigt ihn, und beides verschiebt die impliziten Wahrscheinlichkeiten, die in jeder Quote stecken.

Das ist der Grund, warum Wimbledon-Tipps oft mit einer Aufschlagstatistik beginnen und mit einer Formkurve enden. Beide zusammen ergeben eine Schätzung, aber keine Vorhersage. Tennis bleibt ein Sport, in dem ein einziger Break reicht, um einen Favoriten aus dem Turnier zu werfen. Wer das ignoriert, übersieht die Struktur des Marktes – und damit die Stelle, an der ein Anbieter sein Geld verdient.
Rechtliche Lage in Deutschland: GGL-Whitelist und ihre Konsequenzen
Was die Whitelist leistet – und was sie nicht leistet
Seit dem 1. Juli 2021 gilt in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Die nationale Erlaubnis für Sportwetten im Internet wird seither von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) erteilt. Sie vergibt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV und führt die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8. Wer wissen will, ob ein Anbieter in Deutschland legal Sportwetten anbieten darf, prüft eine einzige Liste.

Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge auf: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei weitere Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten vermitteln dürfen. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Das ist aber keine Lizenz an sich – wer nur auf das .de schaut, sieht ein Werbeversprechen, keine Erlaubnis. Eine .de-Domain beweist nichts; die Whitelist beweist alles, was im deutschen Recht zu beweisen ist.
Drei Punkte gehören in jede Überlegung dazu. Erstens: Die Whitelist führt ausschließlich Domains, die unter der jeweiligen Sportwetten-Erlaubnis stehen. Eine andere Erlaubnis desselben Halters – etwa für virtuelle Automatenspiele oder Online-Casinospiele – steht daneben und folgt eigenen Regeln. Wer bei einem Inhaber mit zwei Erlaubnissen spielt, spielt nicht automatisch im selben rechtlichen Rahmen. Zweitens: Die Whitelist weist nur das Datum der Ersterlaubnis und gegebenenfalls das Datum einer Folgeerlaubnis aus, niemals ein Enddatum. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; was danach passiert, entscheidet die GGL im Einzelfall, und die Liste zeigt es nicht. Drittens: Wer auf der Whitelist steht, nimmt nicht automatisch an jeder Sportart teil. Die GGL legt fest, welche Wetttypen überhaupt zulässig sind (das „Sportwettprogramm“ nach § 21 Abs. 5), und der Anbieter legt fest, welche davon er tatsächlich anbietet.
Was erlaubt ist – und was nur so aussieht
Was darf auf den Wettschein? Der GlüStV lässt fixe Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses, eines Abschnitts davon oder auf ein Vorkommnis darin zu, einzeln oder in Kombination (§ 21 Abs. 1). Was die GGL genehmigt hat, wird im genehmigten Wettprogramm veröffentlicht; alles, was dort nicht auftaucht, ist nicht erlaubt, auch wenn ein Anbieter es im Wettschein anzeigt.
Drei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens: Livewetten während eines laufenden Spiels (§ 21 Abs. 4). Erlaubt sind nur Wetten auf das Endergebnis sowie auf „das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente“ – und zwar nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten genug eintreten. „Nächstes Tor“ im Fußball: ja. „Nächster Satz“ im Tennis: ja. „Nächster Punkt“ im Tennis: nein. „Nächster Korb“ im Basketball: nein. Wer während eines Wimbledon-Matches live wetten will, kann also auf den nächsten Satz wetten, nicht aber auf den nächsten Punkt. Zweitens: Minderjährigen- und Amateursport. Wetten auf Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind ausgeschlossen; die GGL behandelt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport und schließt ihn damit faktisch aus. Drittens: Manipulation und Regelverstöße. Wetten, die manipulationsanfällig sind, sowie Wetten auf Regelverstöße oder ihre Sanktionierung sind unzulässig.
Was nicht in den Bereich fällt: Wetten auf soziale oder politische Ereignisse. Wetten auf Esports: nicht möglich, weil Esports in Deutschland nicht als Sport anerkannt ist – auch wenn ein Anbieter sie im Menü führt, ist die Wette in Deutschland nicht erlaubt. Zu virtuellen Sportwetten schweigt sich die Rechtslage aus; sie sind hier nicht etabliert, und der Text schweigt deshalb mit.
Konsequenzen für den, der ohne Erlaubnis spielt
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis macht in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine rechtliche Wirkung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und in dem Zusammenhang einzelne Marken öffentlich benannt; die Aufsicht kann Verbots-, Zahlungs- und Netzsperren anordnen (§ 9 GlüStV). Strafrechtlich steht auf das Veranstalten bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe (§ 284 StGB), auf das Bewerben bis zu einem Jahr; auf das Mitspielen bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe (§ 285 StGB). Verfolgungen einzelner Spieler sind in der Praxis nicht bekannt, aber das ist kein Freibrief.
Zivilrechtlich ist die Lage komplizierter und wird gerade neu justiert. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen müssen – mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht eine Zeit lang nicht durchzusetzen. Was der EuGH am Ende entscheidet, ist offen; eine Erstattung ist niemandem versprochen.
Was die Steuer mit der Quote zu tun hat
Die Sportwettensteuer ist in den §§ 16-25 RennwLottG geregelt. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ – also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist seine Sache und steht in seinen eigenen Bedingungen. Wer „5,3 % vom Einsatz“ liest, liest eine handelsübliche Vereinfachung, aber keine genaue Aussage; die genauere Größe ist 5,03 %, bezogen auf den Bruttoeinsatz.
Die Steuer ist keine Lizenz. Auch wer sie bezahlt, kann ohne Erlaubnis operieren – die Pflicht besteht für lizenzierte wie für unlizenzierte Anbieter gleichermaßen. Werbung mit „0 % Wettsteuer“ bezieht sich auf den Verzicht des Anbieters, die Steuer an den Kunden weiterzureichen; sie sagt nichts darüber, ob der Anbieter überhaupt eine Erlaubnis hat.
Werben, Boni und das, was nicht im GlüStV steht
Werbung für Glücksspiel darf in Deutschland nur von Erlaubnisinhabern gemacht werden (§ 5 Abs. 7). Die 06:00-21:00-Sperre (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht aber für Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Der GlüStV kennt keinen Höchstbonus und keine Mindestquote; jede Größe kommt aus den AGB des Anbieters.
Spielerschutz: OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit
Wer in Deutschland spielt, spielt nicht anonym
Spielerschutz in Deutschland funktioniert über drei Mechanismen, die ineinandergreifen. Erstens: Eine zentrale Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV, betrieben unter dem Namen OASIS. Sie wird bei jeder Registrierung und jedem Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Zweitens: Eine Aktivitätsdatei (LUGAS), die paralleles Spielen über mehrere Anbieter hinweg verhindert (§ 6h). Drittens: Eine Limitdatei, die das monatliche Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 durchsetzt. Wer bei einem Anbieter 800 € eingezahlt hat, hat bei allen anderen zusammen noch 200 € übrig – jedenfalls in der Standardeinstellung.

Das Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter. Ein Anbieter darf im Einzelfall ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 €, und für einen kleinen Kreis aktiver Spieler sogar zwischen 10.000 € und 30.000 €, aber nur, wenn er die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachprüfbar belegt – eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Offshore-Anbieter sind an weder OASIS noch LUGAS angeschlossen; ihre Limits setzen sie selbst.
Wer noch nicht vollständig verifiziert ist, dem bleiben 72 Stunden Spielzeit mit maximal 100 € Einzahlung und ohne Auszahlung (§ 6a). Danach ist Schluss, bis die Verifikation abgeschlossen ist. Vollständige Verifikation bedeutet: ein Konto pro Anbieter, ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut, kein anonymer Zahlungsweg. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte sind auf diesem Weg nicht zugänglich.
Der Panikbutton und der gesperrte Account
§ 6i Abs. 3 sieht einen „Panikbutton“ vor, der eine sofortige 24-Stunden-Sperre auslöst. Wer am Dienstag um 22:00 Uhr merkt, dass das Wochenende zu lang geworden ist, kann auf diese Weise in eine Pause gehen, ohne eine volle Selbstsperre auszulösen. Guthaben auf gesperrten Konten wird bei Kontoschließung innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Das Geld steht auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto.
Was das mit Wimbledon zu tun hat
Während einer Turnierwoche flattern Partien in dichter Folge durch das Tagesprogramm. Ein Spieler mit monatlich 1.000 € Limit, das er im Mai für andere Sportarten bereits zur Hälfte aufgebraucht hat, hat im Juli nur noch 500 € zur Verfügung – und die müssen für zwei Wochen Rasentennis reichen, in dem nicht ausgeschlossen ist, dass aus einem 20-Euro-Schein ein 400-Euro-Schein werden soll. Wer vor Turnierbeginn nicht weiß, wo sein OASIS- und LUGAS-Status steht, läuft Gefahr, sich erst beim dritten Anbieter zu erinnern, dass die zweite Woche Wimbledon noch kommt. Wer weiß, wie das Limit reagiert, plant vorher.
Statistik, Form und Vorhersage – und warum „Tipp“ ein anderes Wort als „Treffer“ ist
Welche Zahlen in eine Wimbledon-Prognose gehören
Eine Wimbledon-Prognose ruht auf drei Säulen. Die erste ist der Belag: Aufschlagstatistik auf Rasen (Asse, Aufschlagquote bei zweiten Aufschlägen, Halbierungen der Breakchancen gegen sich), Tiebreak-Historie, Tiebreak-Erfolgsquote. Die zweite ist die Form: Spiele und Ergebnisse der letzten sechs bis zehn Wochen, Turnierergebnisse auf Rasen in früheren Jahren, Kopf-an-Kopf-Daten. Die dritte ist das Los: Auslosungsposition, Weg ins Halbfinale, körperliche Belastung aus vorangegangenen Runden. Wer die drei Säulen zusammenführt, gewinnt eine Schätzung. Mehr nicht.

Dass die Schätzung eine Schätzung bleibt, liegt am Sport selbst. Ein einziger Tiebreak kann einen Favoriten werfen. Ein Satzverlust in der ersten Runde, eine Verletzung am Knöchel, ein Aufschlagproblem in Satz drei – alles, was in einer Statistik nicht vorkommt, kann die Wette kippen. Wer das übersieht, missversteht den Markt.
Warum Quoten Wahrscheinlichkeiten sind, keine Prognosen
Eine Quote ist kein Ratespiel des Anbieters. Sie ist eine kommerzielle Größe. Bei einem Match zwischen Spieler A und Spieler B, beide ohne deutlichen Vorteil, würde der Anbieter Quoten um 1,90 / 1,90 anbieten, und der Markt würde eine implizite Wahrscheinlichkeit von etwa 52,6 % je Seite widerspiegeln. Die Differenz zu 100 % – die sogenannte Marge – ist das, wovon der Anbieter lebt.
Diese Marge ist über Wimbledon-Wetten hinweg nicht konstant. Sie ist höher für Märkte, die schwerer zu prognostizieren sind (z. B. Gesamtsieger-Wetten, die vor dem ersten Aufschlag abgeschlossen werden), und niedriger für Märkte mit viel Information (z. B. ein Match am Tag selbst, bei dem Verletzungen und Wetter bereits eingepreist sind). Wer auf Wimbledon wetten will, sollte nicht nur fragen, welche Quote er bekommt, sondern auch, in welchem Markt er sie bekommt.
Wettmärkte bei Wimbledon: Von Turniersieger bis Satz-Tiebreak
Welche Märkte die Anbieter typischerweise listen
Wimbledon-Märkte lassen sich in vier Familien ordnen. Die erste Familie sind die Outright-Märkte: Gesamtsieger Herren, Gesamtsieger Damen, Halbfinale, Viertelfinale. Die Quoten hier sind vor Turnierbeginn am höchsten, weil die implizite Wahrscheinlichkeit für jeden Spieler am geringsten ist; sie sinken mit jeder Runde, in der ein Spieler überlebt. Die zweite Familie sind die Spielausgänge: Sieger, mit Sätzen genau, mit Tiebreak ja oder nein. Die dritte Familie sind die Satzmärkte: erster Satz, Satz-Tiebreak, Handicap auf den ersten Satz. Die vierte Familie sind die Live-Märkte: nächster Satz, Sieger des laufenden Spiels – sofern erlaubt.

Wer auf Wimbledon wetten will, sollte mit den ersten beiden Familien beginnen. Sie sind am breitesten gestreut, am leichtesten zu vergleichen und am wenigsten von kurzfristigen Variablen abhängig. Die dritte Familie verlangt mehr Detailwissen über Aufschlag- und Return-Stärke. Die vierte Familie ist in Deutschland rechtlich eingeschränkt: Auf den nächsten Punkt wetten geht nicht, auf den nächsten Satz schon.
Wie eine Quote entsteht – und was die Marge bedeutet
Eine Quote von 1,90 auf Spieler A bedeutet: Wer 10 € setzt und gewinnt, bekommt 19 € zurück. Davon sind 10 € Einsatz und 9 € Gewinn. Eine Quote von 2,50 bedeutet: 10 € Einsatz, 25 € Rückzahlung, 15 € Gewinn. Eine Quote von 5,00 bedeutet: 10 € Einsatz, 50 € Rückzahlung, 40 € Gewinn.
Diese Quote enthält zwei Dinge: die implizite Wahrscheinlichkeit, mit der das Ereignis eintritt, und die Marge des Anbieters. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quote 1,90 / 1,90 wäre die implizite Wahrscheinlichkeit 52,6 % je Seite, sofern keine Marge enthalten wäre; die tatsächliche Wahrscheinlichkeit plus Marge addiert sich zu mehr als 100 %. Addieren sich die Kehrwerte der Quoten zu 1,05, dann ist die Auszahlungsquote 1/1,05 ≈ 95,2 %, und die Marge ist 4,8 %.
Was eine Marge konkret bedeutet
Angenommen, ein Anbieter legt für ein ausgeglichenes Match die Quoten 1,90 / 1,90 fest. Dann ergibt die Rechnung: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 95,0 %. Die Marge = 100 % − 95,0 % = 5,0 %. Von jedem Euro Einsatz auf diesen Markt fließen also 95 Cent an die Wettenden zurück, wenn alle Wetten proportional zu den Quoten platziert werden; die restlichen 5 Cent behält der Anbieter als Brutto.
Eine Marge von 5 % ist eine Größenordnung, kein exakter Wert. Sie variiert zwischen Anbietern, zwischen Märkten und zwischen Zeitpunkten. Sie ist vor Turnierbeginn oft höher als während des Turniers, weil später mehr Wettvolumen auf den Markt kommt und die Anbieter ihre Bücher enger ausgleichen können. Wer seine Wimbledon-Wette bei einem Anbieter mit 5 % Marge platziert, gibt 5 Cent pro Euro Einsatz an den Anbieter ab, bevor irgendein Spiel ausgetragen wird. Bei 6 % sind es 6 Cent, bei 4 % sind es 4 Cent. Die Differenz klingt klein, summiert sich aber über ein Turnier mit dutzenden Wetten.
Der Markt und seine Bücher
Ein Anbieter will nicht, dass auf eine Seite zu viel Geld geht. Deshalb bewegt er seine Quoten, wenn nötig. Eine Quote von 1,90 auf den Favoriten sinkt auf 1,80, wenn zu viele Wetten auf ihn eingehen; die Quote auf den Außenseiter steigt von 1,90 auf 2,00. Das ist der Mechanismus, der den Markt im Gleichgewicht hält – und der den Wert einer Quote davon abhängig macht, zu welchem Zeitpunkt sie abgegriffen wird. Wer früh wettet, bekommt tendenziell schlechtere Quoten auf den Favoriten und bessere auf den Außenseiter; wer spät wettet, sieht das oft umgekehrt.
Auszahlung berechnen – ein Beispiel
Wer 50 € auf Spieler A setzt, Quote 2,40, hat bei einem Sieg von A 50 € × 2,40 = 120 € auf dem Wettschein. Davon sind 50 € Einsatz und 70 € Gewinn. Bei einer Kombiwette aus zwei Spielen mit Einzelquoten 1,80 und 2,10 ergibt sich die Gesamtquote zu 1,80 × 2,10 = 3,78. Wer 20 € setzt, bekommt bei zwei richtigen Tipps 20 € × 3,78 = 75,60 € zurück. Eine falsche Teilwetten macht den ganzen Schein ungültig.
Anbieter im Vergleich: Wer steht auf der Whitelist, und was die Anbieter unterscheidet
Was die Whitelist über einen Anbieter verrät – und was nicht
Wer auf der Whitelist steht, hat eine Erlaubnis der GGL für Sportwetten mit dem Datum der Ersterlaubnis und gegebenenfalls einer oder mehrerer Folgeerlaubnisse. Was die Liste nicht zeigt: Wettprogramm im Detail, Quotenniveau, Live-Angebot, Boni, Zahlungswege, Auszahlungsdauer. Wer diese Dinge wissen will, muss die AGB lesen, das Wettprogramm prüfen und das Kleingedruckte zum Bonus studieren.
Die folgende Tabelle listet die zehn Anbieter auf, die für diesen Vergleich auf der Whitelist stehen, mit den Angaben, die die Whitelist selbst hergibt: Inhaber der Erlaubnis, Datum der Ersterlaubnis. Es ist eine Beschreibung, keine Empfehlung – Empfehlungen kosten die Leser Geld, wenn sie falsch liegen.
| Anbieter | Whitelist-Status (GGL) | Inhaber der Erlaubnis | Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| bet365 | Erlaubnis Sportwetten | Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex (Malta) | 09.10.2020 |
| Tipwin | Erlaubnis Sportwetten | Tipwin Limited | 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | Erlaubnis Sportwetten | Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s (Malta) | 06.11.2023 |
| bpremium | Erlaubnis Sportwetten | Ladbrokes (Deutschland) Ltd, Gzira (Malta) | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Erlaubnis Sportwetten | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| 888sport | Erlaubnis Sportwetten | 888 Germany Limited (Konzernmutter: 888 Holdings PLC, Gibraltar) | 30.06.2021 |
| LeoVegas | Erlaubnis Sportwetten | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| VBet | Erlaubnis Sportwetten | SCGO Limited, St. Julian’s (Malta) | 05.12.2023 |
| Betano | Erlaubnis Sportwetten | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tipico | Erlaubnis Sportwetten | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
Diese Tabelle zeigt das, was die Whitelist über einen Anbieter sagt. Sie zeigt nicht, was er kann. Das steht in den nächsten Absätzen – und es ist genau die Stelle, an der die Beschreibung vom Urteil abgelöst wird.
bet365 – Quotenvielfalt und der Markt-Backend
Bet365 ist eines der am breitesten aufgestellten Wettangebote in Deutschland. Hinter der Domain steht Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die GGL-Erlaubnis für die Sportwetten-Datendomain datiert auf den 9. Oktober 2020, mit einer Folgegenehmigung vom 27. Dezember 2022. Das Erlaubnis-Datum sagt nichts über das Produkt, aber das Produkt selbst steht seit Jahren im Wettbewerb um die breitesten Märkte und das tiefste Wettprogramm. Wer Wimbledon-Outrights in mehreren Dutzend Linien sucht, dazu Live-Märkte auf Rasenmatches, die in einem deutschen Wettkonto funktionieren, landet schnell bei bet365.
Auf der Whitelist zu stehen, bedeutet für die Wettenden: voller Zugang zu OASIS, LUGAS und dem Einzahlungslimit, Auszahlungen auf ein Konto auf den eigenen Namen, und ein Anbieter, dessen Rechtsform die GGL prüft. Das ist nicht selbstverständlich; es ist ein Unterschied, der in Streitfällen zählt. Wer eine Rechtsfrage zum Wettschein hat, geht damit nicht an einen Anbieter auf Malta, sondern an einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis.
Verdikt: bet365 ist die erste Adresse, wenn das Wettprogramm selbst das Argument ist – breite Märkte, tiefe Linien, ein Backend, das auch unter Wimbledon-Last funktioniert.
Tipwin – Premium-Partner mit deutscher Verankerung
Tipwin gehört zu Tipwin Limited; die GGL-Erlaubnis wurde am 9. Oktober 2020 erteilt, mit Folgegenehmigungen vom 27. Dezember 2022 und 9. Januar 2024. Das ist eine der längeren Folgen auf der Whitelist – nicht als Qualitätsurteil, aber als Zeichen, dass der Anbieter sich den bürokratischen Erneuerungsprozess der GGL wiederholt gestellt hat. Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes (DBB); die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre.
Dass ein Sportwettenanbieter in Deutschland einen Spitzenverband als Partner führt, ist nicht selbstverständlich. Es bedeutet Sichtbarkeit im deutschen Sport und oft auch eine gewisse Verlässlichkeit im Zahlungsverkehr, weil Verbandssponsoring und Rückzug aus dem Markt sich gegenseitig ausschließen. Für Wimbledon heißt das: Tipwin ist kein Nischenhaus, sondern ein Anbieter, der auch in Tennisquoten konkurriert.
Verdikt: Wer eine solide deutsche Verankerung und Verbandsgeschichte sucht, findet bei Tipwin eine bewährte Anlaufstelle – ohne den Fokus auf Exoten, dafür mit einem klaren Fokus auf den Kernsport.
MERKUR BETS – die deutsche Marke der Merkur-Gruppe
Merkur Bets Malta Limited betreibt MERKUR BETS; die GGL-Erlaubnis wurde am 6. November 2023 erteilt. Der Sitz ist Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta – der Sitz einer maltesischen Limited mit deutschem Markenauftritt. Die Marke MERKUR ist im deutschen Glücksspielmarkt seit Jahrzehnten ein Begriff, vor allem in Spielhallen und Sportwetten-Verkaufsstellen.
Diese Geschichte bringt für die Online-Plattform zwei Dinge mit: einen Markennamen, der in Deutschland bekannt ist, und eine Erlaubnis, die erst seit November 2023 besteht – also nach der ersten Welle der GGL-Erlaubnisse. Das bedeutet nicht, dass MERKUR BETS schlechter wäre als die älteren Häuser; es bedeutet, dass die Historie als Online-Sportwette kürzer ist.
Verdikt: MERKUR BETS richtet sich an diejenigen, die einer deutschen Traditionsmarke vertrauen. Der Online-Auftritt bietet eine moderne Alternative zu den etablierten Häusern, die man aus dem stationären Bereich kennt.
bpremium – der Markenwechsel von Ladbrokes zu bpremium
Hinter bpremium steht Ladbrokes (Deutschland) Ltd mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, registriert unter C92799. Die GGL-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen tragen die Fassung vom 3. April 2023. Der Markenwechsel von Ladbrokes zu bpremium in Deutschland ist eine der Umbenennungen, die in den letzten Jahren im deutschen Markt stattgefunden haben.
Dass der Anbieter seinen Namen ändert, ohne die Erlaubnis zu verlieren, zeigt: Die Whitelist hängt am Inhaber, nicht am Markennamen. Wer heute bpremium spielt, spielt rechtlich bei Ladbrokes (Deutschland). Wer die AGB liest, sieht eine maltesische Limited mit deutschem Auftritt – derselbe Aufbau, den viele der hier gelisteten Anbieter teilen.
Verdikt: bpremium ist die Adresse für Leser, die einen Anbieter mit langer deutscher Geschichte suchen, ohne sich am neuen Markennamen zu stoßen. Die Quoten und das Wettprogramm stehen in den AGB, nicht in der Marke.
Sportingbet – Konfigurator+ und Live-Wetten im Angebot
Sportingbet (Deutschland) Limited betreibt Sportingbet; die GGL-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Das Wettangebot umfasst nach Selbstbeschreibung einen „Konfigurator+“, mit dem mehrere Märkte eines Spiels kombiniert werden können, sowie Live-Wetten. Die Sportarten reichen von Fußball, Tennis und Basketball über Eishockey, Handball, Darts und Snooker.
Ein Konfigurator ist nicht dasselbe wie ein klassischer Bet Builder: Während ein Bet Builder eine Reihe vordefinierter Märkte aus einem Spiel zur Kombination anbietet, lässt ein Konfigurator mehr Freiheit in der Auswahl – was im Markt zwischen „nützlich“ und „reine Spielerei“ schwanken kann. Tennis-Leser werden auf Wimbledon vor allem die Outrights und die Spielausgänge nutzen; der Konfigurator hilft vor allem bei Live-Märkten.
Verdikt: Sportingbet bietet Wimbledon-Fans mit dem ‚Konfigurator+‘ eine eigene Note bei der Zusammenstellung von Outrights und Live-Kombinationen, setzt dabei jedoch auf eine klare Marktstruktur statt auf Spielereien.
888sport – der börsennotierte Hintergrund
888sport gehört zu 888 Germany Limited; die Konzernmutter ist die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, notiert an der London Stock Exchange seit September 2005. Die GGL-Erlaubnis für die deutsche Sportwetten-Domain datiert auf den 30. Juni 2021, mit Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. 888 Holdings gehört zu den wenigen börsennotierten Glücksspielkonzernen, die in Deutschland eine Erlaubnis halten.
Ein börsennotierter Hintergrund ändert nichts an der Wette selbst, aber er ändert die Berichterstattung, die ein Anbieter erfährt. Wer über 888sport liest, kann den Geschäftsbericht der Holding einsehen, sich über Quartalszahlen informieren und die Konzernstruktur prüfen. Das ist bei einem nicht-börsennotierten Anbieter schwieriger. Für Wimbledon bedeutet das: ein Anbieter, dessen Geschäftsmodell auf Quartalsberichte und Aktionärsversammlungen reagieren muss – was sich auf Bonusprogramme und Marketingbudgets auswirken kann.
Verdikt: Mit 888sport wählen Kunden einen börsennotierten Hintergrund. Wer bereits ein Konto bei der Holding führt oder Wert auf öffentliche Konzernzahlen legt, findet hier eine passende Option für das Turnier.
LeoVegas – der späte Neue auf der Whitelist
LVSports Limited betreibt LeoVegas; die GGL-Erlaubnis für Sportwetten datiert auf den 21. Oktober 2024. Für virtuelle Automatenspiele liegt eine weitere Erlaubnis seit dem 27. Februar 2023 vor. LeoVegas ist im deutschsprachigen Markt vor allem als Casino-Marke bekannt; die Sportwetten-Erlaubnis kam spät – über drei Jahre nach dem Beginn der GGL-Erlaubnis-Vergabe.
Dass eine Marke mit Casino-Hintergrund die Sportwetten-Erlaubnis spät bekommt, bedeutet nicht, dass das Produkt schwach ist. Es bedeutet, dass die Marke weniger Turnier-Erfahrung in Tennis hat als Häuser, die seit 2020 mit dabei sind. Wer Wimbledon-Outrights in voller Tiefe sucht, wird bei LeoVegas möglicherweise eine schmalere Auswahl finden als bei den älteren Anbietern – ein Punkt, den jeder selbst prüft, indem er das Wettprogramm vor Turnierbeginn anschaut.
Verdikt: LeoVegas eignet sich für Nutzer, die ihre Sportwetten gerne in einer Casino-Umgebung platzieren. Für Wimbledon bedeutet das eine kompakte Auswahl, die für Gelegenheitswetter oft ausreicht.
VBet – maltesische Limited mit deutscher Erlaubnis
SCGO Limited betreibt VBet mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta. Die GGL-Erlaubnis für Sportwetten datiert auf den 5. Dezember 2023. VBet gehört zu den Anbietern, die vor allem in Osteuropa und Asien stark sind und in Deutschland eine Erlaubnis auf der Whitelist haben.
Für Wimbledon heißt das: Ein Anbieter, der nicht aus dem deutschen Markt kommt, aber eine deutsche Erlaubnis hat. Das Wettprogramm in Tennis ist vorhanden, aber nicht unbedingt so tief wie bei den etablierten deutschen oder britischen Marken. Wer VBet nutzt, nutzt einen Anbieter, dessen AGB und Bonusbedingungen besonders genau zu lesen sind – gerade weil die Marke nicht im deutschen Sprachraum sozialisiert wurde.
Verdikt: VBet ist die Adresse für Leser, die einen Anbieter mit internationalem Hintergrund suchen und das Wettprogramm selbst prüfen. Die Erlaubnis steht; den Rest liest jeder in den AGB.
Betano – Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming in der Beschreibung
Betkick Sportsbetting Limited betreibt Betano; die GGL-Erlaubnis datiert auf den 19. Februar 2021, mit Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. In der App-Store-Beschreibung der App „Betano Sportwetten und Slots“ werden Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL genannt.
Dass die App-Store-Beschreibung Tennis-Grand-Slams ausdrücklich erwähnt, ist ein Hinweis darauf, dass Wimbledon in das Live-Programm aufgenommen wird. Das ist ein Unterschied: Wer Wimbledon live sehen will, ohne zwischen mehreren Streaming-Diensten zu wechseln, hat mit Betano eine Option. Das bedeutet nicht, dass die Streams kostenlos sind; es bedeutet, dass das Angebot in der Beschreibung auftaucht.
Verdikt: Betano positioniert sich als Live-Option für Wimbledon-Zuschauer. Die App-Beschreibungen unterstreichen den Anspruch auf Live-Streaming-Inhalte, wobei die AGB stets die letzte Instanz für Bonusbedingungen bleiben.
Tipico – der deutsche Platzhirsch mit EuGH-Verfahren
Tipico Co. Limited betreibt Tipico; die GGL-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. In der App-Store-Beschreibung der Tipico Sportwetten App werden „Tipico Cashout“ und Live-Wetten auch während des Fußballspiels genannt. Das ist Standard; Wimbledon wird im Tennis-Live-Programm geführt.
Das Besondere an Tipico ist die rechtliche Vorgeschichte. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Das ist ein Verfahren über Verträge aus der Zeit vor der deutschen Erlaubnis – nicht über die aktuelle Whitelist-Position. Wer heute bei Tipico spielt, spielt bei einem lizenzierten Anbieter; die Geschichte ist ein juristisches Detail, das nichts an der aktuellen Erlaubnis ändert.
Verdikt: Tipico ist die Adresse für Leser, die einen Anbieter mit langer deutscher Geschichte und großer Markenbekanntheit suchen. Die EuGH-Geschichte ist eine Fußnote, kein Grund zur Sorge um die aktuelle Erlaubnis.
Was die Tabelle nicht zeigt – und was jeder selbst prüft
Die Tabelle zeigt das, was die Whitelist hergibt: Inhaber und Erlaubnis-Datum. Sie zeigt nicht: das Wettprogramm im Detail, die Boni, die Auszahlungsdauer, die Zahlungswege, den Live-Stream-Zugang, die Marge pro Markt. Wer eines dieser Dinge wissen will, öffnet die Website des Anbieters, prüft die AGB und das aktuelle Wettprogramm. Wer den Anbieter wechselt, prüft OASIS-Status und LUGAS-Limit, bevor er das neue Konto auflädt. Wer Wimbledon-Outrights in voller Tiefe sucht, vergleicht die Anbieter direkt am Wettschein.
Einordnung: Was Wimbledon-Wetten in Deutschland kosten
Die drei Stellen, an denen Kosten entstehen
Eine Wimbledon-Wette kostet in Deutschland an drei Stellen. Die erste ist die Marge des Anbieters, die in jeder Quote steckt. Bei einer Marge von 5 % gibt der Wettende 5 Cent pro Euro Einsatz an den Anbieter ab, bevor das Spiel beginnt. Bei 6 % sind es 6 Cent, bei 4 % sind es 4 Cent. Über ein Turnier mit dutzenden Wetten summiert sich das.

Die zweite Stelle ist die Wettsteuer. Sie beträgt rund 5,03 % des Bruttoeinsatzes und wird vom Veranstalter geschuldet. Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, steht in seinen AGB. Wer „0 % Wettsteuer“ liest, liest einen Werbeversprechen; wer in den AGB nachsieht, liest die Wahrheit.
Die dritte Stelle ist das Einzahlungslimit. 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter, ist die Obergrenze für die meisten Wettenden. Wer während Wimbledon-Tagen viele Wetten platziert, läuft Gefahr, das Limit zu erreichen, bevor das Finale gespielt ist. Wer das Limit vorher prüft, plant sein Turnier.
Was eine „kostenlose Wette“ tatsächlich kostet
Ein Anbieter, der mit „Gratiswette“ wirbt, gibt eine Wette aus, deren Einsatz im Erfolgsfall nicht zurückgezahlt wird. Der Wert einer solchen Wette ist nicht ihr Nennwert, sondern ein statistischer Erwartungswert, der von der Quote und der Auszahlungsquote des Marktes abhängt. Bei einer 10-Euro-Gratiswette auf eine Quote von 2,50 in einem Markt mit 95 % Auszahlungsquote liegt der Wert bei 10 € × (2,50 − 1) ÷ 2,50 × 95 % = 5,70 €. Das ist weniger als 10 €, weil der Einsatz nicht zurückkommt; es ist mehr als 0 €, weil die Quote über 1,00 liegt. Wer eine Gratiswette bekommt, sollte das im Kopf behalten, bevor er sie auf Quote 1,10 setzt – dann ist der Wert fast null.
Warum das Turnier kein Selbstläufer ist
Wimbledon ist das prestigeträchtigste Turnier des Tennisjahres, aber es ist auch eines der unberechenbarsten. Spieler, die auf Sand dominieren, können auf Rasen straucheln; Spieler mit großen Aufschlägen können auf nassem Rasen die Kontrolle verlieren; und wer in Runde eins auf einen Qualifikanten trifft, der einen Lauf hat, verliert das Match, bevor die Quote überhaupt reagiert. Die Statistik hilft, das Risiko zu schätzen; sie nimmt es nicht.
Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten in Deutschland
Wo kann aus Deutschland auf Wimbledon gewettet werden, und woran ist ein erlaubter Anbieter zu erkennen?
In Deutschland darf nur wetten, wer auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Die Liste wird unter § 9 Abs. 8 GlüStV geführt und ist auf der Website der Behörde öffentlich einsehbar. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge auf, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis; entscheidend ist allein der Listeneintrag mit der ausdrücklich genannten Domain und dem Inhaber.
Welche Wettmärkte gibt es bei Wimbledon, etwa Turniersieger, Spielsieger oder Satzwetten?
Wimbledon-Wetten decken in der Regel vier Familien ab: Outright-Märkte auf Gesamtsieger Herren und Damen sowie Halbfinal- und Viertelfinalteilnahmen; Spielausgänge mit Optionen wie Sieger, Satzgenau und Tiebreak ja oder nein; Satzmärkte wie Sieger des ersten Satzes, Satz-Tiebreak oder Handicap auf den ersten Satz; und eine begrenzte Auswahl an Live-Märkten, weil der GlüStV nur den nächsten Satz, nicht den nächsten Punkt erlaubt.
Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote bei einer Wette auf den Turniersieger?
Eine Wette auf den Turniersieger zahlt im Erfolgsfall Einsatz mal Quote. Bei 20 € Einsatz auf Quote 5,00 erhält der Wettende 100 € zurück, davon 20 € Einsatz und 80 € Gewinn. Bei einer Kombiwette aus mehreren Spielen multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Eine Wette auf Quote 5,00 mit zwei weiteren Beinen à 1,80 ergibt eine Gesamtquote von 16,20; bei 10 € Einsatz winken 162 €.
Welche Beschränkungen gelten für Livewetten während eines laufenden Matches?
Der GlüStV erlaubt Live-Wetten nur auf das Endergebnis und auf seltene Komponenten wie das nächste Tor oder den nächsten Satz. Auf den nächsten Punkt im Tennis darf nicht gewettet werden, ebenso wenig auf den nächsten Korb im Basketball. Wer während eines Wimbledon-Matches live wetten will, kann also auf den nächsten Satz setzen, nicht auf den nächsten Punkt oder das nächste Aufschlagspiel.
Wie werden Sportwettensteuer und Marge in der Quote berücksichtigt?
Die Marge steckt direkt in der Quote: Addieren sich die Kehrwerte der Quoten zu 1,05, dann ist die Auszahlungsquote 1/1,05 = 95,2 % und die Marge 4,8 %. Bei einem 1,90/1,90-Markt liegt die Marge bei 5,0 %. Die Sportwettensteuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler; ob der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, steht in seinen AGB. „0 % Wettsteuer“ heißt meistens: Der Anbieter verzichtet auf die Weitergabe – bezahlt wird die Steuer weiterhin.
Wie wirkt das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten während der Turnierzeit?
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter. Es wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Wer im Juni bereits 700 € bei anderen Anbietern eingezahlt hat, hat im Juli noch 300 € übrig, und die müssen für zwei Wochen Wimbledon reichen. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen; höhere Limits bis 30.000 € sind nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich.
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